Musiktheorie kann manchmal überwältigend wirken, aber keine Sorge: Es gibt Werkzeuge, die dir helfen, den Überblick zu behalten. Bei Akkorden und Harmonik ist ein besonders praktischer Trick die Verwendung römischer Ziffern, die das Ganze wirklich leichter verständlich machen. Und das Beste daran: Es geht nicht nur darum, Musik weniger verwirrend zu machen, sondern auch darum, dass das Lernen Spaß macht und spannend bleibt.
🔥 Wenn du einen praktischen Wegweiser durch die Welt der Akkorde suchst, haben wir gute Nachrichten: Die römischen Stufen sind genau dieser Wegweiser! Diese kleinen Symbole zeigen dir, auf welcher Stufe der Tonleiter der Grundton eines Akkords liegt, geben sein Tongeschlecht an und verraten auch, ob es zusätzliche Töne oder Umkehrungen zu beachten gibt.
In diesem Artikel erklären wir dir, was römische Stufen sind, was sie in einer Partitur bedeuten, teilen einige Tabellen und zeigen dir, wie du diese Funktion in der Notationssoftware Flat verwendest.

Was sind römische Stufen in der Musik?
Römische Ziffern sind Symbole aus dem lateinischen Alphabet, die bestimmte Zahlenwerte darstellen. Für die Notation sind vor allem diese wichtig:
- I oder i = 1
- II oder ii = 2
- III oder iii = 3
- IV oder iv = 4
- V oder v = 5
- VI oder vi = 6
- VII oder vii = 7
✨ Du wirst gleich sehen, warum es so wichtig ist, römische Ziffern sowohl groß als auch klein schreiben zu können.
In der Musiktheorie dienen römische Ziffern als Notationssystem, um Akkorde innerhalb einer Tonart zu bestimmen. Sie geben die Tonleiterstufe an, auf der der Grundton des Akkords liegt, zeigen das Tongeschlecht des Akkords und machen Erweiterungen oder Umkehrungen sichtbar. Kurz gesagt: Römische Stufen liefern dir alle Informationen, die du brauchst, um die Akkorde einer Partitur zu verstehen: ihre Qualität, ihre Umkehrungen und ihre Beziehung zu den anderen Akkorden und zur Tonart des Stücks.

Warum verwenden wir römische Stufen in der Musik?
Dieses System ist weit verbreitet, weil es Informationen in Dur- und Moll-Tonarten auf dieselbe Weise darstellt und so die Analyse und das Verständnis von Musik vereinfacht.
💡 Wie du diese Funktion in Flat nutzt, erfährst du hier.
Wie funktionieren römische Stufen in der Musik?
Römische Stufen verraten uns vier wichtige Dinge: auf welcher Stufe der Tonleiter ein Akkord beginnt, welches Tongeschlecht er hat (Dur oder Moll), ob der Akkord Veränderungen enthält und welcher Akkordton im Bass liegt.
1. Römische Stufen zeigen, auf welcher Stufe der Tonleiter ein Akkord beginnt.
Egal, in welcher Tonart die Musik steht: Die römische Ziffer zeigt, auf welcher Stufe der Tonleiter der Akkord beginnt.
Gehen wir einen Schritt zurück und erinnern uns daran, dass die Tonleiter 7 Stufen hat (die achte ist derselbe Ton wie die erste, nur eine Oktave höher). Erinnern wir uns auch daran, dass harmonisch gesehen jede Tonart ihre eigenen Akkorde hat. Die römische Ziffer gibt den Akkord also im Verhältnis zur Tonleiter an, mit der du gerade arbeitest.
Ein Beispiel ist meist der einfachste Weg, das zu verstehen. Nehmen wir die C-Dur-Tonleiter.
Die C-Dur-Tonleiter besteht aus diesen Tönen:
C - D - E - F - G - A - H
Die Akkorde, die auf dieser Tonleiter aufgebaut sind:
C Dm Em F G Am Hᵒ
Diese Akkordfolge zeigt, dass C der Akkord Nummer 1 ist; in römischen Ziffern ist C also I in der C-Dur-Tonleiter.
Dm ist der zweite Akkord dieser Folge und damit die Nummer 2. Aber Moment! Es ist ein Moll-Akkord. Genau hier kommt die Möglichkeit ins Spiel, römische Ziffern groß oder klein zu schreiben.
💡 Wenn du die Akkorde der einzelnen Tonarten noch nicht so gut kennst, schau dir diesen Artikel an:

2. Römische Stufen zeigen das Tongeschlecht des Akkords (Dur oder Moll).
Bei römischen Stufen stehen Großbuchstaben für Dur-Akkorde und Kleinbuchstaben für Moll-Akkorde. Dm ist also der zweite Akkord, die 2; weil er ein Moll-Akkord ist, schreiben wir ihn in römischen Ziffern als ii. Das sind die römischen Stufen der Akkorde der C-Dur-Tonleiter:
- C = I
- Dm = ii
- Em = iii
- F = IV
- G = V
- Am = vi
- Hᵒ = viiᵒ
Bis hierhin alles klar? Lies den Abschnitt ruhig so oft, bis er richtig sitzt.
- Römische Stufen können zeigen, ob ein Akkord Veränderungen enthält.
Neben der römischen Ziffer begegnen dir manchmal weitere Symbole, die wertvolle Informationen über den Akkord liefern:
- Ein kleines ᵒ oben (wie bei viiᵒ) steht für einen verminderten Akkord.
- Ein kleines ∅ (wie bei vii∅) steht für einen halbverminderten Akkord.
- Ein Pluszeichen (wie bei V+) steht für einen übermäßigen Akkord.
Manchmal steht neben der römischen Ziffer auch eine kleine Zahl, die einen zusätzlichen Ton anzeigt. Siehst du zum Beispiel eine kleine 7 neben einer V (V7), fügst du dem Akkord die Septime hinzu. Diese römischen Ziffern stehen übrigens meist unter den Noten.
💡 Übrigens: Hier findest du einen ausführlichen Artikel, der dir alterierte Akkorde erklärt und zeigt, wie du sie in deinen Kompositionen einsetzt:

4. Römische Stufen können zeigen, welcher Ton im Bass liegt (Umkehrungen).
Ein Akkord steht in Grundstellung, wenn sein Grundton der tiefste Ton ist. Liegt ein anderer Akkordton im Bass, ist der Akkord umgekehrt, und neben die römische Ziffer kommt eine kleine Zahl. Diese Zahlen stammen aus der Generalbassbezifferung:
| Akkord | Ton im Bass | Bezifferung | Beispiel in C-Dur |
|---|---|---|---|
| Dreiklang, Grundstellung | Grundton | keine | I (C im Bass) |
| Sextakkord (1. Umkehrung) | Terz | 6 | I6 (E im Bass) |
| Quartsextakkord (2. Umkehrung) | Quinte | 6/4 | I64 (G im Bass) |
| Septakkord, Grundstellung | Grundton | 7 | V7 (G im Bass) |
| Quintsextakkord (1. Umkehrung) | Terz | 6/5 | V65 (H im Bass) |
| Terzquartakkord (2. Umkehrung) | Quinte | 4/3 | V43 (D im Bass) |
| Sekundakkord (3. Umkehrung) | Septime | 4/2 | V42 (F im Bass) |
Die römische Ziffer selbst ändert sich nie: Ein G-Dur-Akkord ist in C-Dur immer V, egal welcher seiner Töne im Bass liegt. Nur die kleine Zahl ändert sich.
Römische Stufen in Moll
Bisher haben wir in einer Dur-Tonart gearbeitet. Moll-Tonarten verwenden dasselbe System, aber das Muster der Akkordqualitäten ist ein anderes. Nehmen wir die a-Moll-Tonleiter:
A - H - C - D - E - F - G
Die Akkorde dieser Tonleiter mit ihren römischen Stufen sind:
- Am = i
- Hᵒ = iiᵒ
- C = III
- Dm = iv
- Em = v
- F = VI
- G = VII
Eine Sache solltest du über Moll-Tonarten noch wissen: Der siebte Ton der Tonleiter kann um einen Halbton erhöht werden, wie im harmonischen Moll. In a-Moll wird aus G ein Gis. Dieser erhöhte Ton heißt Leitton, und er verändert zwei Akkorde:
- Der Akkord auf E wird zu E–Gis–H, einem Dur-Akkord, aus v wird also V.
- Der Akkord auf G wird zu Gis–H–D, einem verminderten Akkord, aus VII wird also viiᵒ.
💡 Wenn du ein Stück in a-Moll analysierst, schau dir den Akkord auf E an: Enthält er ein Gis, schreibst du V; enthält er ein G, schreibst du v.
So machst du eine Stufenanalyse
Jetzt bringen wir alles zusammen und analysieren eine kurze Akkordfolge in C-Dur. Gehe bei jedem Akkord so vor:
- Bestimme die Tonart. Schau dir die Vorzeichen sowie den ersten und letzten Akkord an.
- Schichte die Töne in Terzen. Der tiefste Ton dieser Schichtung ist der Grundton.
- Bestimme die Stufe des Grundtons. Daraus ergibt sich die römische Ziffer.
- Prüfe das Tongeschlecht. Großbuchstabe für Dur, Kleinbuchstabe für Moll, ᵒ für vermindert, + für übermäßig und 7, wenn eine Septime dabei ist.
- Prüfe den Bass. Ist der tiefste Ton nicht der Grundton, ergänze die Bezifferung der Umkehrung.
| Takt | Töne (von unten nach oben) | In Terzen geschichtet | Römische Stufe |
|---|---|---|---|
| 1 | C–E–G | C–E–G | I |
| 2 | A–C–F | F–A–C | IV6 |
| 3 | G–H–D–F | G–H–D–F | V7 |
| 4 | C–E–G | C–E–G | I |
In Takt 2 liegt A im Bass, aber wenn du die Töne in Terzen schichtest, ist F der Grundton. F ist die vierte Stufe von C-Dur und der Akkord ist ein Dur-Akkord, also IV, und weil seine Terz im Bass liegt, ist es IV6.
Gängige Akkordfolgen in römischen Stufen
Weil römische Stufen die Position eines Akkords in der Tonart beschreiben, funktioniert eine in römischen Ziffern notierte Folge in jeder Tonart. Hier einige Beispiele in C-Dur und G-Dur:
| Folge | In C-Dur | In G-Dur |
|---|---|---|
| I–IV–V–I | C–F–G–C | G–C–D–G |
| I–V–vi–IV | C–G–Am–F | G–D–Em–C |
| ii–V–I | Dm–G–C | Am–D–G |
| vi–IV–I–V | Am–F–C–G | Em–C–G–D |
💡 Weitere Akkordfolgen findest du in unserer Akkordfolgen-Tabelle.
Tabelle der römischen Stufen
Jetzt kennst du alle Grundlagen, um römische Stufen in der Notation zu deuten. Hier ist eine Tabelle, die du immer zur Hand nehmen kannst, wenn du eine Frage hast oder einfach auffrischen möchtest, was du heute gelernt hast.

Hier kannst du die Tabelle herunterladen 👇🏼
Römische Stufen in Flat verwenden
Römische Stufen kannst du schon länger in deine Partituren in Flat einfügen, aber wir haben einige spannende Verbesserungen für dich.
💡 Unten findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu dieser Funktion 👇🏼
Die große Neuigkeit: Wir haben eine neue Möglichkeit hinzugefügt, römische Stufen rein per Texteingabe einzugeben, eine Änderung, die sich viele von euch gewünscht haben.
Nach dem Feedback zu unseren neuen Jazz-Akkordsystemen haben wir gesehen, dass eine Texteingabe die Arbeit beschleunigen würde. Ziel ist es, dass du mehrere römische Stufen oder Jazz-Akkorde effizient und in möglichst kurzer Zeit eingeben kannst.

Das System zeigt jetzt links neben dem Eingabefeld die römischen Stufen an, die es aus deiner Partitur liest.

Und natürlich kannst du jederzeit zur schrittweisen Eingabe zurückwechseln, wenn du sie bevorzugst oder sie für den Unterricht brauchst.
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Häufige Fragen
Was bedeuten römische Ziffern in der Musik?
Römische Ziffern bezeichnen einen Akkord nach der Tonleiterstufe seines Grundtons und zeigen sein Tongeschlecht. Großbuchstaben bedeuten Dur, Kleinbuchstaben Moll, ein kleiner Kreis vermindert und ein Pluszeichen übermäßig. ii ist also der Moll-Akkord auf der zweiten Stufe der Tonart.
Welche römischen Stufen hat eine Dur-Tonart?
In jeder Dur-Tonart lauten die Dreiklänge I, ii, iii, IV, V, vi und vii°. In C-Dur sind das C, Dm, Em, F, G, Am und H vermindert.
Welche römischen Stufen hat eine Moll-Tonart?
Im natürlichen Moll lauten die Dreiklänge i, ii°, III, iv, v, VI und VII. Mit erhöhtem Leitton wird der Akkord auf der fünften Stufe zu V und der auf der siebten Stufe zu vii°.
Was bedeuten die Zahlen neben einer römischen Ziffer?
Sie zeigen Umkehrungen und Septimen an. Bei Dreiklängen steht 6 für den Sextakkord (1. Umkehrung) und 6/4 für den Quartsextakkord (2. Umkehrung). Bei Septakkorden steht 7 für die Grundstellung, 6/5 für den Quintsextakkord, 4/3 für den Terzquartakkord und 4/2 für den Sekundakkord.
Wie macht man eine Stufenanalyse?
Bestimme die Tonart, schichte jeden Akkord in Terzen, um seinen Grundton zu finden, bestimme die Stufe dieses Grundtons, wähle Groß- oder Kleinschreibung bzw. das passende Symbol für das Tongeschlecht und ergänze die Bezifferung der Umkehrung, wenn der Grundton nicht im Bass liegt.
